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Als Erstes muss Omi sich ein Konzept machen,
und das ist gar nicht so einfach.

Denn für Außenstehende muss meine Großmutter ein Projekt beschreiben, von dem sie ja selbst noch nicht weiß, wie es ausschaut und sich entwickelt. Sie bemüht sich ihren Fragenden klar zu machen, was sie mit ihrer Welttour bezweckt und trachtet nach dem Grund, warum sie den Globus unbedingt mit dem Fahrrad umrunden will.

- Unendlich lange hat sie darüber nachgedacht und kann schon fast an nichts anderes mehr denken, so sehr beschäftigt sie sich mit diesem Thema.

- Diese Fahrradtour ist eine neues Kapitel zur Fortsetzung ihres Lebens.

- Ihr ist, als wenn ein bislang nicht aktivierter Chip in ihrem Hirn neu geladen wird, mit ihrer Energie und ihren Ideen.

- Nicht sie radelt, sondern sie wird geradelt, die in ihr programmierte "Blume des Lebens", entfaltet sich. Sie öffnet den Zugang zum Weltgeschehen und schafft durch ihre Schwingungen ein tieferes Bewußtsein.

- Es gibt eine schöne deutsche Redefigur, sie heißt "SANFTMUT". sie beinhaltet zwei, für Omis Herzblut wichtige "Wie-Wörter". Sanft und mutig. Sie sind im obengenannten Wort zu einem Substantiv vereint.

- "Sanft" passt zu Omi und steht für sie, auf ihre Weltradreise bezogen, als Adjektiv für "leises und umweltfreundliches reisen".

- "Mut" fußt auf ihrem Selbstvertrauen.

- Bundespräsident Richard v. Weizsäcker, a.D., sagte in einem Interview "Mut ist auf Dauer das Einzigste, was wirklich Respekt einflößt". Dem möchte Omi offenherzig zustimmen. Ihres Erachtens, benötigt man (frau) eine gehörige Portion Mut, um nicht normierten Weltradreisen gerecht zu werden.

- Hinzu kommt die beim Älterwerden sich automatisch einstellende Bequemlichkeit. Ihr den Rücken zu kehren, zählt zu den Nüchternheiten, die überwunden werden wollen, wenn meine Omi ihr Stahlpferdchen sattelt, um für Jahre unterwegs zu sein.

- Auch Entschlossenheit plus Waghalsigkeit, welche hier nicht mit Risikofreude und Unvernunft verwechselt werden sollte, gehören zu der Kategorie Mut. Ohne Mut, denke ich aber, könnte Omi ihren Plan vergessen.

- Erstmals, denkt Omi darüber nach, dass es eigentlich in ihrem Sein, immer zwei Gruppierungen gab, die ihr Dasein besonders prägten. Es sind zum Einen die Kinder und zum Anderen die Senioren. Zu denen wird sie sich wohl bald selbst zählen dürfen. Als Kind Träume haben, sie als Senior verwirklichen, alles ist möglich, so lange Omi nur fest daran glaubt und keine Minute mehr daran zweifelt. Sie wird der lebende Beweis dafür werden.

- Sie möchte schauen, wie es den Kindern in anderen Ländern geht und danach Ausschau halten, was sie in aller Welt mit den Senioren verbindet.

- Zum anderen ist nicht zuletzt ihre Weltradtour ihre ganz persönliche Wende, eine so genannte "Geistige Lebensreform".

- Ein zu sich selbst radeln.

- Hin zur Gegenwärtigkeit, zum Hier und Heute, zum inneren Frieden und zu dem, was anschließend und nach ihrer Weltumradelung kommt.

- Omi ist ein Mensch mit mancherlei Improvisationstalenten, hat aber auch, wie jeder von uns, Schwächen. Zu diesen zählen unter anderem, dass sie unnötige Disziplin und pausenloses Zurechtweisen verachtet.

- Sie sieht sich als erwachsen genug an, um Schwächen ehrlich und offen bekannt geben zu können.

- In einem ihrer Gedichte schrieb sie vor Jahren schon von "Sturm und Flaute eines wechselhaften Lebens".

- Jene tief in ihrem Herzen logierende Wechselbarkeit, möchte sie nun endlich bejahen, ohne WENN und ABER, nicht nur dulden, sondern annehmen.

 
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